Multiple Persönlichkeitsstörung

Ohne jedes Mitgefühl: Diese 15-Punkte-Checkliste zeigt, woran man einen Psychopathen erkennt

Echte Psychopathen sind extrem selten. Trotzdem werden Psychopathie und andere Persönlichkeitsstörungen noch immer von vielen in die gleiche Schublade gesteckt. Woran man einen Psychopathen wirklich erkennt, zeigt unsere 15-Punkte-Checkliste.

Was einen Psychopathen aber so massiv von anderen Menschen unterscheidet und was ihn gleichzeitig so gefährlich macht, ist vor allem eine ganz bestimmte Eigenschaft: Psychopathen verfügen über keinerlei Mitgefühl. Damit unterscheiden sich Psychopathen ganz massiv von anderen psychisch Erkrankten.

Selbst vielen Psychotherapeuten gelten echte Psychopathen als nicht therapierbar. Zwar gibt es auch spezielle Therapien für sie, diese werden jedoch nahezu ausschließlich im Strafvollzug angeboten. Auf rund 20 Prozent der Straftäter in deutschen Gefängnissen trifft Studien zu Folge die Diagnose Psychopathie zu. Der Anteil von Psychopathen an der Gesamtbevölkerung liegt bei unter drei Prozent.

Neben dem Strafvollzug sollen sich nach Einschätzung einiger Psychologen auch auffällig viele Psychopathen unter Führungskräften in der Wirtschaft finden lassen. Ihre Eigenschaft, besonders rücksichtslos zu sein, ist in diesem Bereich offenbar ein echter Vorteil und Firmenvorständen häufig gutes Geld wert.

Definition: Was ist Psychopathie?

Psychopathie wird in der einschlägigen Literatur als besonders schwere Form einer antisozialen Persönlichkeitsstörung beschrieben. Sie drückt sich in manipulativem Verhalten, Rücksichtslosigkeit und einem vollständigen Fehlen von Empathie aus. Psychopathen verfügen über keinerlei soziales Verantwortungsgefühl.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Psychopathie um eine bis heute vergleichsweise wenig erforschte Form der psychischen Störung, deren Wesen uns vor allem aus der Berichterstattung über extreme, sadistische Straftaten bekannt ist. Für viele Autoren stellt die Beschäftigung mit dem Thema Psychopathie darum ein interessantes Thema dar. So gehört die Figur Dr. Hannibal Lecter aus dem Film Das Schweigen der Lämmer zu den bekanntesten, fiktionalen Psychopathen.

Wie entsteht Psychopathie?

Wie konkret eine so massive Störung wie die Psychopathie entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es gilt jedoch als unstrittig, dass Psychopathen schon in ihrer Kindheit durch besondere Gefühlskälte ihrem Umfeld auffallen. Viele haben Spaß daran, andere Kinder oder Tiere zu quälen. Für Bestrafungen durch Eltern oder Erzieher scheinen sie dabei wenig empfänglich zu sein.

Aus Aufzeichnungen von Gefängnispsychologen lässt sich ableiten, dass Psychopathen häufig aus einem gestörten Elternhaus stammen, in dem Kinder vernachlässigt oder misshandelt wurden. Der Hirnforscher Niels Birbaumer hat darüber hinaus festgestellt, dass gleichzeitig bestimmte Hirnareale von Psychopathen verändert sind. Bereiche, die beispielsweise für die Verarbeitung von Angstgefühlen zuständig sind, sind bei ihnen kaum aktiv. Männer scheinen etwa doppelt so häufig von Psychopathie betroffen zu sein wie Frauen.

Woran man einen Psychopathen erkennt

Im Alltag fallen Psychopathen selten auf. Viele gelten im Gegenteil als gute Gesprächspartner, sind intelligent und eloquent. Sie haben ein Talent dazu, schnell oberflächliche Beziehungen knüpfen zu können. Erst wer intensiver mit einem Psychopathen zu tun hat, bemerkt sein manipulatives Verhalten.

Der kanadische Psychiater Robert Hare ist emeritierter Professor der Universität von British Columbia und hat seine Karriere der Erforschung der Psychopathie gewidmet. Hare hat Checklisten angelegt, mit deren Hilfe er jeder in der Lage sein soll, einen Psychopathen zu erkennen. Je mehr Punkte der folgenden Checkliste auf einen bestimmten Menschen in deinem Umfeld zutreffen, umso wahrscheinlicher ist es, dass du es mit einem Psychopathen zu tun hast.

Wichtiger Hinweis: Die 15-Punkte-Checkliste zum Erkennen eines Psychopathen ist nicht dazu geeignet, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Diese darf nur ein Facharzt oder ein Psychotherapeut stellen!

15-Punkte-Checkliste zum Erkennen eines Psychopathen

 

1. Oberflächlicher Charme

Psychopathen sind nicht auf den Mund gefallen. Ihr Charme wirkt fast immer sehr selbstsicher. Ihre Komplimente sind niemals schüchtern, sondern meist eher direkt.

2. Die Vorstellung, grandios zu sein

An Selbstwertgefühl mangelt es Psychopathen nicht. Sie verfügen über ein hohes Selbstvertrauen, sie wirken damit überwiegend großspurig und arrogant.

3. Ständiger Erlebnishunger aus Furcht vor Langeweile

Eintönigkeit und Langeweile verursachen Stress im psychopathischen Gehirn. Ständig sind sie darum auf der Suche nach neuer Stimulation und auch gern dazu bereit, hohe Risiken einzugehen. Dazu zählt auch die strafbehördliche Verfolgung ihres Handelns.

4. Krankhaftes Lügen

Dem Psychopathen ist jedes Mittel recht, um seine Bedürfnisse durchzusetzen. Wenn er dazu auf Verhaltensweisen wie Betrug, Täuschung oder Irreführung zurückgreifen muss, wird er dies tun.

5. Manipulation und Machtausübung

Um seinen Selbstwert zu steigern, benötigt der Psychopath andere Menschen. Er nutzt diese bewusst aus, verhält sich skrupellos und nimmt keine Rücksicht auf die Gefühle seiner Opfer.

6. Fehlendes Schuldgefühl

Psychopathen behandeln andere kaltherzig und empathielos. Es freut sie, wenn ihre Opfer darunter leiden. Für ihre Reaktion haben sie nichts anderes als Verachtung übrig.

7. Oberflächliches Gefühlserleben

Zu echten, liebevollen Beziehungen sind Psychopathen nicht in der Lage. Weil sie aber gleichzeitig durchaus gesellig sein können, kann dieser Aspekt ihrer Persönlichkeit insbesondere Freunden lange verborgen bleiben.

8. Hang zu parasitärem Lebensstil

Das Ausnutzen anderer führt oft zu einem parasitären Lebensstil. Psychopathen machen sich aufgrund mangelnder eigener Motivation abhängig von anderen, um dadurch ihre fehlende Selbstdisziplin zu kompensieren.

9. Schlechte Verhaltenskontrolle

Aggressionen und Wut werden nur kontrolliert, wenn ein weiterreichender Nutzen aus dem Verhalten gezogen werden kann. Häufig sind auch Beleidigungen ein Thema.

10. Viele wechselnde Sexualpartner

Hier kommt dem Psychopathen seine Fähigkeit zu Gute, schnell oberflächlichen Kontakt zu anderen herzustellen. Typisch sind zahlreiche Affären und flüchtige Beziehungen. In diesen spielen sexuelle Handlungen unter Ausübung von Zwang eine Rolle.

11. Frühe Verhaltensstörungen

Psychopathische Wesenszüge fallen vor dem 13. Lebensjahr auf. Hierzu zählen lügen, stehlen, Brandstiftung und das Quälen von Tieren und anderen Kindern.

12. Kein Verfolgen langfristiger Lebensziele

Geht häufig einher mit dem parasitären Lebensstil: Psychopathen sind unfähig, langfristige Ziele zu verfolgen. Das Leben verläuft ziel- und planlos, eine bestimmte Richtung scheint nicht erkennbar.

13. Impulsives Gefühlserleben

Unüberlegte Reaktionen sind bei ihnen an der Tagesordnung, cholerisches Verhalten ist häufig. Frust und Niederlagen können nur schwer ausgehalten werden. Hinzu kommt eine gewisse Launenhaftigkeit und Rücksichtslosigkeit.

14. Unverbindlichkeit und fehlendes Verantwortungsgefühl

Verbindlichkeiten werden nicht ernst genommen und erscheinen bedeutungslos. Zahlungsrückstände bei Krediten, Zuspätkommen und das Abliefern schlampig ausgeführter Arbeit sind charakteristisch.

15. Kriminalität

Recht und Gesetz haben für den Psychopathen keinerlei Bedeutung. Straftaten kommen deshalb in vielfältiger Weise vor. Gelingt eine Straftat ohne Strafverfolgung, kann sich der Psychopath zur Prahlerei veranlasst sehen.

Sind Psychopathen tatsächlich nicht therapierbar?

 

Der Hirnforscher Niels Birbaumer ist eine echte Ausnahme unter seinen Kollegen, die Psychopathen für überwiegend nicht therapiefähig halten. Birbaumer sagt, dass auch die bösesten Menschen in der Lage sind, sich zu ändern. Massive Kindheitstraumen wären häufig Auslöser für Psychopathie. Durch die richtige Therapie ließen sich durch die Traumen inaktivierte Hirnareale jedoch wieder in Gang bringen.