Albtraum loswerden

Albträume loswerden – So beendest du den nächtlichen Horror

Fast jeder Mensch kennt Albträume: Wir schrecken aus den furchtbaren Traumbildern auf und brauchen oft eine ganze Weile, um uns ganz aus dem Geschehen zu lösen. Ein schlimmer Albtraum kann uns noch Stunden oder sogar Tage später im Genick sitzen … Hin und wieder auftretende Albträume sind ganz normal, sie verschwinden auch wieder, ohne dass wir etwas tun müssen. Wenn du jedoch häufig von schrecklichen Träumen heimgesucht wirst, helfen dir vielleicht unsere Tipps.

Was sagen Träume über uns aus?

Auch wenn du dich häufig nicht daran erinnerst: Du träumst jede Nacht, sogar mehrfach. Im Traum verarbeitet das Gehirn Erlebtes und Gesehenes und verbindet alte und neue Erfahrungen. Das bedeutet natürlich nicht, dass sich im Schlaf die Erlebnisse des Tages eins zu eins abbilden. Zwar tauchen Themen, die dich aktuell beschäftigen, vermutlich häufiger in deinen Träumen auf. Aber auch ganz alte, längst vergessen geglaubte Bilder, Erinnerungen, Filmschnipsel und Romanstorys können sich im Traum zu neuen Geschichten verbinden. Möglicherweise trainieren wir auch im Traum unser Können, zum Beispiel die Fähigkeit, mit Ängsten oder gefährlichen Situationen umzugehen.

Vor allem im esoterischen Bereich findet man heute unzählige Bücher und Seiten, die angeblich deuten können, was die einzelnen Traumsymbole bedeuten. Aus Sicht der Psychologie sieht man das jedoch kritisch, denn es ist klar: So simpel, wie es oft dargestellt wird, funktioniert Traumdeutung nicht. Kein Symbol ist allgemeingültig. Ein kleines Beispiel: In deinem Traum spielt eine Katze eine zentrale Rolle. Suchst du nach typischen Deutungen dafür, findest du Schlagworte wie „Unabhängigkeit“, „Individualität“, „Anschmiegsamkeit“ und „Glück“. Wenn du aber allergisch auf Katzen bist oder sie einfach nicht leiden kannst, treffen diese Bedeutungen sicher nicht zu. Noch absurder wird es bei Aussagen wie: „Von einer jungen Katze zu träumen ist ein Warnzeichen.“ Solange du selbst nicht junge Katzen mit einer Warnung verbindest (und sehr nahe liegend ist diese Verbindung ja nicht), kann die Katze alle möglichen anderen Bedeutungen haben – oder auch gar keine.

In der modernen Psychotherapie spielen Träume mal mehr und mal weniger eine Rolle. In der Verhaltenstherapie etwa schaut man sich, wenn überhaupt, dann schaut man sich die Muster hinter den Träumen an. Geht es immer wieder um Flucht, Bedrohung oder Tod? Dann könnten Ängste oder schlimme Erlebnisse dahinterstecken.

Von Traumdeutungsbüchern oder -homepages solltest du deshalb lieber die Finger lassen. Sie verunsichern dich wahrscheinlich mehr, als sie nützen. Wichtiger als die Deutung deiner Albträume ist bei einer hohen Belastung dadurch ohnehin die Frage, wie du sie wieder los wirst.

Das kannst du gegen Albträume tun:

Wer häufig schlimme Träume hat, leidet stark: Der Schlaf ist gestört, sodass die Betroffenen müde und unerholt sind. Dadurch lassen Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nach. Die Betroffenen fühlen sich weniger belastbar und sind anfälliger für Infektionskrankheiten. Nach einer Weile können sich schwere Schlafstörungen entwickeln, die den Schlaf noch weiter beeinträchtigen. Auch Depressionen und Angstzustände können die Folge sein. Wer regelmäßig (womöglich mehrmals pro Woche) von Albträumen geplagt wird, sollte also etwas dagegen tun:

Ein wichtiger Faktor ist die Stressreduktion im Wachzustand. Menschen, die sehr gestresst sind, neigen besonders stark zu Albträumen. Deshalb kann es helfen, in deinem Leben Stress abzubauen, zum Beispiel durch Entspannungsverfahren, die Reduzierung deiner Aufgaben oder eine bessere Work-Life-Balance.

Wenn du aus einem Albtraum hochschreckst, möchtest du ihn wahrscheinlich so schnell wie möglich vergessen. Hilfreicher ist es jedoch, dich tagsüber damit zu beschäftigen. Lass die Erinnerung an den Traum zu, schreibe auf, was du geträumt hast, oder erzähle jemandem davon. Dabei ist es auch egal, wenn du dich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern kannst. Das ist vor allem dann empfehlenswert, wenn die Albträume sich auf eine aktuell belastende Situation beziehen.

Etwa 90 Prozent der Menschen mit chronischen Albträumen haben immer wieder den gleichen Traum. Wenn es dir auch so geht, kannst du versuchen, am „Drehbuch“ zu arbeiten. Nimm dir tagsüber Zeit, in der du ungestört bist. Erinnere dich dann bewusst an deinen Albtraum und ändere an irgendeiner Stelle die Handlung, sodass der Traum nicht mehr so beunruhigend ist. Du könntest zum Beispiel eine Superkraft erfinden, die deinen Verfolger in die Flucht schlägt. Oder du stellst ihn einfach zur Rede. Wenn du vom Fallen träumst, könntest du feststellen, dass du einen Fallschirm trägst oder fliegen kannst. Denke im Wachzustand regelmäßig deinen veränderten Traum durch. Dann ist die Chance hoch, dass sich nach einiger Zeit die Handlung auch im Schlaf zum Positiven verändert. Achtung: Wenn dein Albtraum dich auch im Wachzustand stark ängstigt oder beunruhigt, solltest du diese Übung nicht alleine durchführen, sondern dir Unterstützung von einem Psychotherapeuten suchen.

Du solltest einen Arzt oder einen Psychotherapeuten aufsuchen, wenn …

… du vermutest, dass die Albträume mit einem Trauma in deiner Vergangenheit zusammenhängen könnten,
… sich dein Traumerleben durch die Selbstbehandlung noch verschlechtert,
… du dich regelrecht vor dem Einschlafen fürchtest,
… du starke Schlafprobleme entwickelt hast oder dauerhaft unter Schlafmangel leidest,
… du auch im Wachzustand manchmal beunruhigende Wahrnehmungen hast.

Trifft einer dieser Punkte auf dich zu, solltest du dich professionell unterstützen lassen. Schreibe oder rufe uns einfach an, wir beraten dich gerne.