Panikattacken erkennen und loswerden

Plötzliche Angst? Panikattacken erkennen und loswerden

Wie aus dem Nichts ist sie plötzlich da: eine Panikattacke. Das Herz rast, Schweiß bricht aus, die Brust schnürt sich zu und Panik, vielleicht sogar Todesangst macht sich breit. Eine Angstattacke ist ein echter Ausnahmezustand. Doch woher kommt die Panik eigentlich? Woran erkennst du eine Panikattacke und wie wirst du sie wieder los?

An diesen 8 Punkten erkennst du Panikattacken:

Starke Angst, körperliche Unruhe und Anspannung, angstbesetzte Gedanken … Plötzlich treten bei einer Panikattacke Symptome auf, die nur schwer einzuordnen sind.

An diesen Punkten erkennst du eine Panikattacke:

  1. Du entwickelst starke körperliche Symptome, zum Beispiel Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Erstickungsgefühle, Brustschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Atemnot.
  2. Möglicherweise fühlt sich alles unwirklich an. Du hast das Gefühl, neben dir zu stehen oder du befürchtest, verrückt zu werden oder zu sterben.
  3. Der Angstanfall entsteht auch ohne eine objektiv bedrohliche Situation. Trotzdem hast du das Gefühl, in großer Gefahr zu sein, vielleicht sogar in Lebensgefahr.
  4. Die Symptome treten plötzlich auf, es fühlt sich so an als überfallen sie dich regelrecht.
  5. Du hast das Gefühl, die Kontrolle über dich und die Angst zu verlieren.
  6. Zu Beginn der Panikattacke fühlt diese sich vielleicht gar nicht nach Angst an. Häufig treten zunächst die körperlichen Symptome auf, die Angst entsteht dann in der Folge.
  7. Die Panikattacke hält mindestens einige Minuten an. In den meisten Fällen klingt sie aber nach spätestens einer halben Stunde wieder ab.
  8. In der Folge können Angstzustände entstehen: Du hast große Sorge, dass die Panikattacken wiederkommen könnten, und meidest entsprechende Situationen.

Wie entstehen Panikattacken?

Die Auslöser für Panikattacken sind sehr unterschiedlich: Manchmal stecken Stress oder Konfliktsituationen dahinter, manchmal sind Medikamente oder Drogen die Ursache. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout oder Psychosen können zu Angstzuständen und Panikattacken führen. Körperliche Probleme wie Lebererkrankungen, Vitamin-B1-Mangel oder eine Schilddrüsenfehlfunktion gehören ebenfalls zu den möglichen Auslösern. Hormonumstellungen, wie sie zum Beispiel in den Wechseljahren vorkommen, können das Auftreten der Angstanfälle begünstigen. Eine wichtige Rolle spielen aber auch Persönlichkeitsmerkmale: Menschen, die eher ängstlich und misstrauisch veranlagt sind, die zu Perfektionismus neigen oder mit negativen Gefühlen nicht gut umgehen können, sind gefährdeter als andere. Panikattacken sind ein häufiges Problem: Etwa jeder fünfte Erwachsene erlebt mindestens einmal im Leben eine Panikattacke.

Eine Panikattacke beginnt meist mit körperlichen Symptomen wie Schwindel, Schweißausbrüchen oder Atemnot. Zunächst können viele Betroffene ihren Zustand nicht richtig einordnen und denken an einen Herzinfarkt oder eine andere lebensbedrohliche körperliche Erkrankung. Darauf reagieren sie mit Angst und Panik. Die Gefühle und Angstgedanken verstärken die körperlichen Probleme und die Panikattacke wirkt noch bedrohlicher. Das wird als Teufelskreis der Angst bezeichnet: Die Angst befeuert sich selbst. Nach einigen Minuten erreicht die Panikattacke ihren Höhepunkt, dann flaut sie langsam wieder ab. Der Körper kann diesen extremen Alarmzustand nicht lange aufrechterhalten, deshalb ist der Spuk meist nach spätestens einer halben Stunde vorbei.

Nach einer Panikattacke entwickeln viele Betroffene „Angst vor der Angst“: Sie haben den furchtbaren Panikanfall noch so deutlich vor Augen, dass sie ein erneutes Auftreten auf jeden Fall verhindern wollen. In der Folge vermeiden viele die Situationen, in denen sie eine Panikattacke befürchten wie: “Wenn ich zum Beispiel im Einkaufszentrum eine Panikattacke bekommen habe, vermeide ich es, dort wieder hin zu gehen.” Gleichzeitig werden sie empfindsamer auf körperliche Symptome: Sie interpretieren schon kleine Beschwerden als Beginn einer Panikattacke und reagieren darauf mit Angst, die die Panikattacke erst auslöst.

Der Leidensdruck bei häufigen Panikattacken ist sehr hoch. Das Vermeidungsverhalten kann sich ausweiten, sodass die Betroffenen immer größere Probleme haben, den Alltag zu bewältigen. In unserem Beispiel kann es also sein, dass sich die Vermeidung auch auf andere Geschäfte ausweitet und irgendwann das Haus gar nicht mehr verlassen wird. In der Folge kann eine Depression oder eine zusätzliche Angststörung entstehen. Wenn du immer wieder unter Panikattacken leidest, kann es sein, dass du von einer Panikstörung betroffen bist. Du solltest deshalb professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Psychotherapie kennt viele wirksame Methoden, mit denen du deine Ängste überwinden und deine Panikattacken loswerden kannst.

Was tun bei Panikattacken? SOS-Tipps für den Notfall:

Zu den schlimmsten Symptomen bei einer Panikattacke gehört das Gefühl des Kontrollverlustes. Die Betroffenen haben den Eindruck, sie könnten nichts gegen den Angstanfall tun. Das stimmt aber nicht! Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einer Panikattacke umzugehen. Wichtig ist, dass du bereits bei den ersten Symptomen reagierst. Probiere es mal mit diesen SOS-Tipps:

  • Besonders wichtig: Versuche dir klar zu machen, dass keine reelle Gefahr für dich besteht, auch wenn es sich im Moment so anfühlen mag. Was dir passiert, ist „nur“ Angst. Du wirst nicht sterben und nicht verrückt werden. Und: Die Panikattacke geht vorüber.
  • Konzentriere dich auf deinen Atem. Achte auf tiefe und langsame Atemzüge. Idealerweise sollte das Ausatmen etwas länger dauern als das Einatmen, das beruhigt den Herzschlag. Zähle in Gedanken mit: vier Sekunden einatmen, kurze Pause, sechs Sekunden ausatmen.
  • Hüpfe auf und ab. Das hilft deinen verkrampften Muskeln, sich wieder zu entspannen.
  • Denke an eine angenehme Situation oder einen geliebten Menschen.
  • Übe im Alltag eine Entspannungstechnik, zum Beispiel Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training. Mit Übung bist du in der Lage, die Technik selbst in Extremsituationen einzusetzen und dich ein Stück weit zu entspannen.
  • Lebe gesund: Vermeide Koffein, Alkohol, Nikotin und Drogen, denn diese können die Panikattacken verstärken.

Und: Nimm Hilfe in Anspruch, wenn du die Panikattacken nicht alleine in den Griff bekommst. Kontaktiere uns, wir helfen dir gerne weiter.